Aktuelles aus den Medien

Liebe Mitglieder, Liebe Sponsoren, Liebe Jemenfreunde,

anstelle eines Newsletters heute sofort die gute Nachricht aus fast allen Medien in einer kurzen Zusammenfassung:

In Erfüllung seiner Versprechen während des Wahlkampfes beendet Präsident Biden jetzt die Unterstützung der offensiven saudischen Angriffe im Krieg im Jemen – der, wie er aussagte „ eine humanitäre und strategische Katastrophe auslöste“ – nachdem seine Regierung schon eine Überprüfung der von seinem Vorgänger genehmigten umfangreichen Waffenverkäufe für Riad angekündigt hatte. Die USA hatten auch Geheimdienstinformationen, Zieldaten und logistische Unterstützung für Saudi Arabien vermittelt. Präsident Biden  plant die Wiederaufnahme derzeit ruhender Friedensgespräche und kündigte die Ernennung eines Sonderbeauftragten für Jemen an.

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Neues von Nouria

Liebe Sponsoren, Liebe Mitglieder,

Nouria konnte dank Ihrer Spenden für alle Kinder Schulmaterial und Essen kaufen und verteilen und bittet mich, allen herzlichst zu danken.
Und, bitte, schreiben Sie Ihre E-Mail Adresse in das Kästchen rechts oben, damit Sie alle Newsletter automatisch bekommen.

Alles Liebe
Anisa

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Newsletter 33

Heute einmal eine positive Nachricht zu einer Entwicklung im Jemen, wo überall sonst der entsetzliche Krieg weitergeht:

‘Marib Model’

Im Lauf einiger Jahre entwickelte die lokale Regierung in Marib mit Hilfe allgemein  respektierter und fähiger Politiker ihr eigene Strategie zur Sicherheit und Stabilität der Bevölkerung dieser Provinz auf der Basis nationaler Dezentralisierung, die zu einem beispiellosen Ausmaß an Autonomie und finanzieller Unabhängigkeit führte. Dies ermöglichte die Entwicklung schlagkräftiger und rechenschaftspflichtiger Sicherheitskräfte, Vertrauensbildung in der Gemeinschaft und gemeinsam abgestimmter Entscheidungsfindung sowie finanzieller Investitionen in die örtliche Wirtschaft. Sozioökonomische Missstände – einschließlich Armut, Isolation und Arbeitslosigkeit – waren zuvor erfolgreich von AQAP[1] für ihre Zwangsrekrutierung ausgenützt worden. Das Marib Model hatte umfangreiche Folgewirkungen, förderte wirtschaftliches Wachstum, schuf Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten. 

Die lokale Strategie zeigte nicht vor 2015 Erfolge. 2012 wurde Scheich Sultan al-Aradah von Jemens Übergangspräsident Abd-Rabbu Mansour Hadi zum Landeshauptmann von Marib bestellt. Seine angeborene Verbundenheit mit dem stammesbedingten System, seine Erfahrung mit der Beilegung von Stammeskonflikten, seine Kenntnis  militärischer Fähigkeiten, sein Engagement für die Provinz – die er bei der Befreiung von den Houthis 2015 beweisen konnte – verliehen ihm lokale Legitimität, wurden zum „Rückgrat“ für die erfolgreiche Entwicklung. Im Gegensatz zu anderen führenden Politikern lebt al-Aradah in der Gemeinschaft, für die er zuständig ist, wurde in die Langzeitentwicklung eingebunden, nützt das „bestehende stammesorientierte System“ aus statt die Schaffung eines neuen politischen Ökosystems anzustreben.  Das Vertrauen der Bevölkerung zu den Sicherheitskräften und in die Provinzregierung nahm zu, die Kriminalitätsrate sank um 70 %.  

2015 nützte er Maribs neue Autonomie dank des vom Yemen National Council geschaffenen dezentralisierten Systems, um 20 % der Einnahmen aus Öl- und Gasförderungen als nachhaltiges Einkommen einzubehalten. Dies versetzte Marib in die Lage, Dienstleistungen der Regierung auszubauen, allen Beamten Monatsgehälter auszuzahlen und die als Sicherheitskräfte geeignetsten entsprechend auszubilden und zu trainieren. Die Möglichkeit, die Beamtengehälter monatlich auszubezahlen, glich einem wirklichen Kunststück.  Von 2016 bis 2018 war die Ausbezahlung monatlicher Gehälter an Beamte fast unbekannt, die meisten erhielten zwei Jahre lang überhaupt nichts. Auch dieses Jahr kämpft die nationale Regierung mit größten Schwierigkeiten, ihre Beamten zu entlohnen.       

Marib haben diese neu gewonnenen Einkünfte ermöglicht, sich noch anderen Unzulänglichkeiten anzunehmen wie Armut, Arbeitslosigkeit, einer schwachen Infrastruktur und dem Fehlen öffentlicher Dienstleistungen. Die Zunahme neuer und größerer Bezirke und die Inangriffnahme wichtiger (und weniger wichtiger) Infrastrukturprojekte – eines Spitals, eines FIFA Fußballplatzes und einer Universität für 500 Studenten – fand in ansteigender nachhaltiger Beschäftigung ihren Niederschlag, schuf außerdem Ausbildungsmöglichkeiten im Sozialbereich auch für Frauen, was eine Beilegung lokaler Missstände mit sich brachte.      

In mit Einheimischen geführten Interviews äußerten sich die Befragten überzeugt, sich jetzt in dieser Provinz sicher zu fühlen. Die Bevölkerung war von 40.000 noch vor einigen Jahren auf 2 Millionen angewachsen, Binnenflüchtlinge[2] hatten in Marib Zuflucht gesucht, nicht vor AQAP sondern vor dem Bürgerkrieg. Diese neu Zugereisten brachten neue Ressourcen, Fähigkeiten und Kultur, gründeten Geschäfte in dem rasch expandierenden Straßennetz, was auch wieder zu einer Steigerung der Arbeitsplätze und einer beachtlichen Förderung der Wirtschaft führte. Der Zustrom aus liberaleren Gegenden des Landes, wie Aden und Sana´a wirkte sich auch auf die Gendernormen aus, die Frauen jedes Alters betrafen: von Mädchen im Teenagealter bis zu Großmüttern, die sich im Park treffen. Zum ersten Mal arbeiten Frauen, sogar native Maribis außer Haus, bemühen sich um höhere Bildung.     

Schlussfolgerung

Die von der Bevölkerung zu Beginn des Jahrtausends empfundenen ärgsten Missstände betrafen das Fehlen einer Führungsstruktur, von Stabilität, Sicherheit und finanziellen Möglichkeiten. Eine verlässliche Führerschaft, landesweite Unterstützung und Vertrauen, einvernehmliche Politikgestaltung und ein nachhaltiges Einnahmensystem brachten eine lokal ausgerichtete Strategie zustande. Außerdem  wurde eine Atmosphäre  für wirtschaftliches Wachstum geschaffen, ein sicherer Hafen für Binnenflüchtlinge und ein Angebot von Arbeitsplätzen für junge Leute. Leider sind U.S. Drohnenattacken immer noch eine Quelle für Angst und in den Augen der ländlichen Bevölkerung eine willkürliche und nicht gerechtfertigte Ausübung tödlicher Gewalt. Trotz aller Erfolge der Provinz kommt es immer noch zu Überfällen von U.S. Spezialeinheiten.

Andere Städte haben begonnen, den Erfolg des Marib Model zu kopieren. Die Schaffung eines Netzwerkes sicherer Hafen wird als Möglichkeit gesehen, den Menschen, die in dem kriegsgeplagten Land Gewalt ausgesetzt sind, Sicherheit zu bieten. Dies wäre aber nur mit internationaler Unterstützung möglich. Interventionen seitens der internationalen Gemeinschaft werden pausenlos geplant und durchgeführt, ohne lokale Initiativen zu berücksichtigen und betroffene Gemeinden zu konsultieren, die fast ausnahmslos eigene Lösungen aufgrund lokaler Erfahrung konzipieren, die oft dauerhaft und nachhaltig gestaltet sind, in internationalen Gutachten aber fehlen.

 Würden internationale Aktivitäten lokale Erfahrung berücksichtigen, in lokale Gemeinden investieren  und mit diesen zusammenarbeiten, könnte die Vielzahl der Faktoren, die zu Gewalt und Extremismus führen, dynamisch in Angriff genommen werden. Die seitens der internationalen Gemeinschaft erforderliche Unterstützung einer Führungsstruktur, die nachhaltige Arbeitsplätze bietet, in Infrastruktur investiert und Rechenschaftspflicht verbindlich, könnte das Durchhaltevermögen von Gemeinden stärken, die Faktoren, die zu Gewaltbereitschaft führen, mildern, und zu Frieden beitragen.   


[1] Al Qaida Terrororganisation auf der arab. Halbinsel

[2] IDPS( internally displaced people)

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Ein Newsletter trotz Corona

Liebe Mitglieder, Sponsoren und Jemenfreunde,

immer noch wird in den Medien kaum und auch, wenn überhaupt, nur in wenigen Zeilen über Jemen berichtet – und doch gibt es Neuigkeiten:

  • Alle YERO Kinder sind wohlauf, die Pandemie scheint vordringlich in Aden und Umgebung zu wüten. Allerdings versorgt Nouria alle Kinder und deren Familien mit Wasser und Seife.
  • Dank großzügiger Spenden vieler unserer Mitglieder konnte auch Eid alAdha (das Opferfest) wie früher gefeiert werden und alle haben auch noch Lebensmittelpakete für zu Hause bekommen.
  • Eine wunderbare Neuigkeit ist die Unterstützung der YERO Mütter seitens des British Council in London via FAI. Ein neues Projekt betrifft die Finanzierung der Erhaltung kultureller Traditionen im Jemen, im Speziellen der wunderschönen Stickereien. Nicht nur sind die involvierten Frauen optimal beschäftigt, verdienen Geld, während so viel Väter kriegsbedingt arbeitslos sind, Kuweit und Dänemark haben die Möglichkeit, die fertigen Produkte auszufliegen und in ihren Ländern zu verkaufen, so dass diese Tradition international gefördert wird.
  • Auch die in München stationierte Hilfsorganisation Zeltschule hat sich ein weiteres Mal mit einem völlig unerwarteten, sehr großen Betrag eingestellt, mit dem Nouria nicht nur neue Computer erstehen und alle Kinder mit neuer Kleidung, vor allem Schuhen ausstatten und noch neues Lernmaterial besorgen kann.
  • Seit letzter Woche gibt es in Wien auch eine neue Organisation: „Apotheker ohne Grenzen“, die von einer unserer Sponsorinnen geleitet wird. Geplant ist die Finanzierung von Medikamenten, die Nouria für YERO besorgen wird. Sie ist dabei, eine Liste der in Sana´a vorhandenen Produkte zusammenzustellen. Auch von der Leiterin des Frauenhauses wird eine Liste übermittelt.
  • Und noch eine letzte Info: In einer der kommenden Sonntagmorgensendungen auf Ö1 wird Nouria live zu hören sein. Sie alle bekommen den genauen Termin per E Mail mitgeteilt.
  • Ganz zum Schluss wird gebeten, bei Spendenaufforderungen für Jemen besondere Vorsicht walten zu lassen. Es gibt immer wieder Organisationen, die leider für sich und ihr Wohlergehen arbeiten …   

 Mit den allerbesten Wünschen für einen trotz Pandemie schönen Sommer

Anisa

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Ramadan 2020

Liebe Sponsoren, Liebe Mitglieder, Liebe Jemenfreunde!

Nouria hat es trotz aller Hindernisse geschafft, allen unseren Kindern und deren Familien Ramadan Essenspakete zukommen zu lassen.
Mit nochmals vielem Dank für Eure Spenden und sehr lieben Grüßen
Anisa

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Newsletter 30

Liebe Sponsoren, Liebe Mitglieder, Liebe Jemenfreunde!

Zu gern hätte ich eine liebliche Osterbotschaft als Newsletter gesendet, aber nicht nur die Corona Pandemie sondern auch der immer noch wütende Krieg im Jemen haben alles verhindert. Leider ist es auch unmöglich geworden, verlässliche Nachrichten aus oder über Felix Arabia zu bekommen, das Land wird überhaupt nicht mehr erwähnt, beiläufig wird erwähnt, dass die Saudis weiter Bomben abwerfen …

Und ich hänge einen Bericht aus dem deutschen Handelsblatt an, aus dem hervorgeht, was die angeblich friedliebenden Länder an Waffen senden. Und möchte allen herzlichst danken, die gespendet haben, damit Nouria weiter arbeiten und für die Kinder sorgen kann.

Herzlichst

Anisa

Bundesregierung genehmigt Rüstungsexporte für 1,2 Milliarden Euro an Allianz

Die Große Koalition wollte mit einem Rüstungsexportstopp ein Zeichen des Protests gegen den Jemen-Krieg setzen. Er wurde aber nur für ein Land vollständig umgesetzt
Die Bundesregierung hat seit Anfang 2019 Rüstungsexporte für mehr als eine Milliarde Euro an die Länder der Kriegsallianz genehmigt, die im Jemen gegen die Huthi-Rebellen kämpft.
Die Bundesregierung hat seit Anfang 2019 Rüstungsexporte für mehr als eine Milliarde Euro an die Länder der Kriegsallianz genehmigt, die im Jemen gegen die Huthi-Rebellen kämpft. Allein für Ägypten wurden innerhalb von knapp 15 Monaten 21 Lieferungen für 802 Millionen Euro erlaubt, für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) waren es 76 Einzelgenehmigungen im Wert von 257 Millionen Euro. Die Zahlen gehen aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
An drei weitere Mitglieder des Bündnisses – Bahrain, Jordanien und Kuwait – gingen Exporte für zusammen 119 Millionen Euro. Die Führungsmacht Saudi-Arabien erhielt dagegen nur Geländewagen für 831.000 Euro. Das Königreich ist das einzige Land der Allianz, gegen das die Bundesregierung unter anderem wegen des Jemen-Krieges seit November 2018 einen kompletten Rüstungsexportstopp verhängt hat. Die Geländewagen waren die einzige Ausnahme, die seitdem gemacht wurde.
Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag auf einen Rüstungsexportstopp für alle „unmittelbar“ am Jemen-Krieg beteiligten Staaten verständigt, der nur für Saudi-Arabien vollständig umgesetzt wurde. Die Linke fordert dagegen einen Exportstopp für alle in irgendeiner Form an dem Krieg beteiligten Staaten. „Die Bundesregierung macht sich mit ihren gigantischen Waffenlieferungen an die von Saudi-Arabien angeführte Kriegsallianz mitverantwortlich für das unermessliche Leid im Jemen“, sagte die Linken- Außenpolitikerin Dagdelen. „Das Waffenembargo gegen die Kopf-ab-Diktatur in Riad reicht lange nicht.“
Der Eingriff der von Saudi-Arabien geführten Allianz in den Bürgerkrieg im Jemen hatte sich in der vergangenen Woche zum fünften Mal gejährt. Die schiitischen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, hatten 2014 den Jemen überrannt und weite Gebiete samt der Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht. Die saudische Luftwaffe kam der jemenitischen Regierung zur Hilfe und bombardierte vor allem mit Unterstützung der VAE Stellungen der Huthis.
Keine genauen Angaben zu Beteiligung am Krieg
Das Bündnis ist fünf Jahre nach Kriegseintritt allerdings brüchig. Die Emirate und der Sudan haben die meisten ihrer Truppen aus dem Bürgerkriegsland abgezogen. Auch Ägypten – mit 440.000 Mann eigentlich eines der stärksten Militärs im arabischen Raum – hat eher eine Nebenrolle: Ägyptens Marine kontrolliert vor allem die Meerenge Bab al-Mandab, die zu den weltweit wichtigsten Schifffahrtsstrecken zählt. Das Land will damit auch das angrenzende Rote Meer und den heimischen Sueskanal vor Angriffen der Huthis schützen.
Neben den genannten Mitgliedern des Bündnisses kommt Unterstützung auch noch von anderen Ländern. Pakistanische Truppen schützen in Saudi-Arabien die Grenzregion zum Jemen. Logistische Unterstützung kam zudem von Somalia und dem benachbarten Dschibuti. Der Zwergstaat am Horn von Afrika liegt nur etwa 30 Kilometer von der Küste des Jemens entfernt und hat Saudi-Arabien den Bau einer Militärbasis genehmigt.
Weder die Koalition noch die einzelnen Länder machen aber genaue Angaben dazu, in welchem Umfang sie am Jemenkrieg beteiligt sind. Die USA und Großbritannien unterstützen das Bündnis mit Geheimdienstinformationen.

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Newsletter 29

Liebe Sponsoren, liebe Mitglieder, liebe Jemenfreunde!

Ausnahmsweise gibt es nichts Politisches zu berichten (weil die Saudis mit ihren Ölproblemen überfordert sind und nicht bombardieren, und alle unsere YERO Kinder sind wohlauf).
Hierorts wütet das Coronavirus und fesselt uns ans Haus. Vielleicht haben Sie also Zeit, ein Märchen aus dem Jemen zu lesen?

Mit sehr lieben Grüßen

Anisa

 


Ein Märchen aus dem Jemen

 

Die Tochter des Königs der Dschinn des Ostens  und der Sohn des Königs der Dschinn des Westens

([1])

Es war einmal vor langer, langer Zeit, ihr Herren und ehrenwerten Leute, da gab es eine Tochter des Königs der Dschinn des Ostens und einen jungen Mann, Sohn des Königs der Dschinn des Westens. Als die Tochter des Königs der Dschinn des Ostens volljährig geworden war, freundete sie sich mit der – menschlichen – Tochter des Sultans des Ostens an. Dieses Mädchen, so schön war es, dass sein Anblick einen jeden verwirrte, und sein Gang einen jeden, der den Propheten ( gesegnet sei er, Allahs Gnade über ihn und sein Segen) liebt, gefangen nahm, sein Herz zum Sklaven machte und ihn selbst zum Bettler.

Bald waren die Freundinnen einander zugetan wie Geschwister.

Gleiches geschah dem Sohn des Königs der Dschinn des Westens. Er freundete sich an mit dem Sohn des Sultans des Westens. Beide verstanden sich wie Brüder und verbrachten ihre Zeit gemeinsam mit Reiten, Kampf und sportlichen Spielen. Stark und gewandt waren sie und von klugem Verstand.

Eines Tages wollte es der Zufall, dass der Sohn des Königs der Dschinn des Westens die Tochter des Königs der Dschinn des Ostens traf. „Woher kommst du?“ fragte er sie. „Ich komme von meiner Freundin, der Tochter des Sultans des Ostens, meiner allerbesten Freundin! Und woher kommst du?“  

„Ich komme von meinem engsten Freunde, dem Sohn des Sultans des Westens. Kein anderer junger Fürst sieht so gut aus wie er und für mich ist er wie mein eigener Bruder“. „Das gibt es in der ganzen Welt nicht, jemand der schöner aussieht und besser ist als meine Freundin“, gab ihm die Tochter des Königs der Dschinn des Ostens zur Antwort.   „Du lügst“, sagte daraufhin der Sohn des Königs der Dschinn des Westens, „mein Freund, der Sohn des Sultans des Westens, ist schöner und besser als irgendjemand sonst in der Welt!“

Nachdem sie eine Zeitlang so hin und her gestritten hatten, beschlossen sie, den Sohn des Sultans des Westens und die Tochter des Sultans des Ostens nebeneinander zu stellen, um dann den Beweis führen zu können, wer von den beiden besser und schöner sei, und machten auch sogleich einen Zeitpunkt für die Gegenüberstellung aus.

Am festgesetzten Tag brachten der Sohn des Königs der Dschinn des Westens und die Tochter des Königs der Dschinn des Ostens den jungen Sohn des Sultans des Westens in das Haus der Tochter des Sultans des Ostens, wo sie den schönen Jüngling auf das Bett der Tochter des Sultans des Ostens legten, wo die schöne Sultanstochter schlief. Der Sohn des Königs der Dschinn des Westens und die Tochter des Königs der Dschinn des Ostens versteckten sich, niemand konnte sie sehen. Als der Sohn des Sultans des Westens aufwachte, wunderte er sich sehr über das schöne Mädchen an seiner Seite, Ach, sprach er zu sich, diese schöne Baut muss mir mein Vatter gebracht haben, sie ist über alle Maßen wunderbar, warum aber warum nur hat mein Vater vorher nichts davon berichtet?  

Nun bat die Tochter der Dschinn  des Ostens den Sohn des Königs der Dschinn des Westens, den Jüngling wieder in Schlaf zu versetzen, weil sie jetzt ihre Freundin aufwecken wollte. Als die Tochter des Sultans des Ostens ihre Augen aufschlug, entdeckte sie einen gutaussehenden jungen Mann neben sich. Zuerst wollt sie ihren Augen nicht trauen und fragte sich: was hat Allah mit diesem schönen jungen Mann vor, wo kommt er her? Den muss mir mein Vater gebracht haben! Weil ich nicht heiraten wollte, hat mein Vater mir den da als Bräutigam ausgesucht. Am besten nehme ich ihm gleich mal seinen Ring ab und stecke ihm meinen zur Erinnerung an! Sie versuchte nun, ihn aufzuwecken, doch er war – wie ich schon erzählt habe – verzaubert vom jungen Dschinn.

Die beiden Dschinn hatten nun also beobachtet, wie sich die Tochter des Sultans des Ostens verhalten hatte und wie sie den Sohn des Sultans des Westens liebte. Sie ließen die Tochter des Sultans des Ostens wieder einschlafen und fingen erneut an zu streiten. „ ich bin der Sieger“, sagte der Sohn des Königs der Dschinn des Westens, „weil mein Freund, als er deine Freundin sah, Vernunft zeigte und Verstand. Deine Freundin aber, als sie meinen Freund bemerkte, hat sich auf den ersten Blick in ihn verliebt. Und darum habe ich unsere Wette gewonnen.“

„Ja, recht hast du, meine Freundin handelt übereilig und nicht so vernünftig wie dein Freund. Ja, ich muss wiederholen, du hast die Wette gewonnen“ Und nun brachten sie den Sohn des Sultans des Westens, der immer noch unter dem Einfluss des Bann stand, zurück in das Schloss seines Vaters.

Als der Sohn des Sultans des Westens am nächsten Morgen aufwachte, wies er sein Frühstück zurück und bat seine Mutter, sie möge doch den Sultan zu ihm in sein Schlafzimmer bitten, er sei krank und müde. Der Sultan erschien und hörte folgende Rede: „Wo ist denn das schöne Mädchen, das du mir gestern gebracht hast? Keine andere will ich zur Frau als dieses Mädchen! Früher, Vater, hast du immer vom Heiraten gesprochen und eine jede habe ich abgelehnt, doch dieses Mädchen von gestern, das will ich heiraten, noch heute, auf der Stele!“

Der Sultan war ganz verwundert: „ Aber mein Sohn, ich habe Dir gestern Abend keine Braut und nichts dergleichen gebracht! Du musst einen Traum gehabt haben. Aber sorge dich nicht, deine Mutter und ich, wir werden dir eine süße Braut zur  ehrenwerten Ehefrau aussuchen!“

„Vater, hör zu, keine andere will ich außer dem Mädchen, das du mir gestern Abend gebracht hast, niemanden sonst! Lach nicht über mich und denke nicht, ich hätte geträumt, oder ich sei verrückt geworden. Niemals! Mit all meinen Gefühlen und mit meinem Verstand will ich nichts als dieses schöne Mädchen, nach ihm allein steht mein ganzes Sinnen!“

Der Sultan des Westens glaubte indes, sein Sohn sei krank und träume, und noch lange versuchte er, ihn zu beruhigen, doch ohne Erfolg. Da rief der Sultan des Westens seine Minister und seine übrigen Berater zu einer Sitzung in sein wohlgebautes Schloss. Sie schlugen vor, den Jüngling selbst seine Geschichte vortragen zu lassen. Der junge Mann wurde gebracht und er wiederholte: „Das Mädchen will ich, das mir mein Vater  in der Nacht gebracht hat und das er neben mich gelegt hat. Es stimmt, was ich euch sage, ich bin nicht verrückt, ich träume nicht, ich sage nur die Wahrheit, nichts als die Wahrheit!“

Da wandte sich einer der Männer des Sultans an den jungen Mann: „Des Teufels böser Blick hat Dich getroffen, mein Sohn, aber dein Vater wird dich verheiraten mit dem schönsten Mädchen im Lande. Doch lass jetzt diese Rede, die doch nichts bringt und spinne diese Gedanken nicht ständig weiter.“ Da gab ihm der Jüngling zur Antwort: „Kommst auch du mit dieser Rede und sprichst, wie wenn ich von Sinnen wäre! Nein, niemals, keine andere will ich, nur das Mädchen, das mein Vater gestern Abend in mein Zimmer gebracht hat und das ich in Fleisch und Blut gesehen habe, und in all seiner bezaubernden Schönheit!“

Jetzt war der Sultan des Westens überzeugt, dass sein Sohn verzaubert oder krank im Geiste sei und dass er einem Traumbild nachhing.

Im Osten aber ging es der Tochter des Sultans ähnlich. Erst wollte sie ihr Frühstück nicht essen, dann rief sie ihre Mutter und bat, mit ihrem Vater reden zu dürfen. Das Mädchen war so unglücklich, dass seine Mutter Angst um seine Gesundheit bekam und auf der Stelle zu ihrem Mann, dem Sultan, ging. Als nun beide zurückkehrten, rief ihnen die Tochter schon entgegen: „Wo ist er denn, Vater, der junge Mann, den du mir gestern Abend gebracht hast, schön ist er und, ach, ich liebe ihn so. Ich bitte dich, bringe ihn auf der Stelle wieder her. Du erinnerst dich doch, Vater, immer in der Vergangenheit, wenn du mir jemand als Brautwerber vorgestellt hast, habe ich abgelehnt. Jetzt aber habe ich mich auf den ersten Blick verliebt in diesen jungen Mann, den du mir gestern Abend gebracht hast, und wirklich, schön ist er und niemals hat mein Auge einen wie ihn gesehen!“

Der Sultan wurde über diese Rede sehr zornig und glaubte, seine Tochter sei krank oder habe in der Nacht einen schlimmen Traum geträumt, den sie jetzt wie etwas wirklich Vorgefallenes ansehe. Was ihn aber am meisten aufbrachte, war ihre Behauptung, er selbst, der Sultan, habe ihr einen schönen fremden Jüngling ins Bett gelegt! Der Sultan des Ostens ließ seine Minister und Ratgeber rufen und bat sie um ihren Ratschlag. Auch hier wurde das Mädchen geholt, doch es bestand auf seiner Erzählung. Da waren sich alle einig, dass das Mädchen krank im Geiste geworden sei. Ihr Vater ließ alle Ärzte des Landes rufen, doch keiner vermochte es zu heilen. Da beschloss der Sultan, seine Tochter müsse gesund werden, auf welchem Weg auch immer. Er ließ den Ausschreier rufen und befahl ihm, vor allen Leuten zu verkünden:

„Kundgetan sei hiermit allen, wer eine Arznei für die Tochter des Sultans hat und si zu heilen vermag, dessen Lohn wird sein die Ehe mit ihr. Wer aber versucht und ohne Erfolg bleibt, dem wird zur Strafe der Kopf abgeschlagen, auf dem großen Platz.“

Viele kamen und versuchten sich an der Heilung der Tochter des Sultans, doch ohne Erfolg. Und ihrer aller Los war die Strafe der Enthauptung, unter den Augen des Volkes auf dem großen Platz. Tage gingen, Tage kamen, der Reinste der Menschen (Mohammed) sei gesegnet. Da kam ein gelehrter Mann in das Schloss des Sultans und sprach: „Ich bin nicht gekommen, wie die anderen, um deine Tochter zu heilen, nur einen Ratschlag will ich dir geben! O du Sultan der Zeit, bau deiner Tochter ein Schloss am Strande des Meeres, gib ihr Diener und Helfer und alles, was sie sich nur wünschen mag, und lass sie sich erholen für eine lange Weile. So Allah will, wird sich ihr Zustand bessern und ihre Gesundheit wiederkehren.“

Da ließ der Sultan ein prächtiges Schloss am Strande des Meeres errichten und schickte all die Diener, die der gelehrte Mann vorgeschlagen hatte.

Auch dem Sultan des Westens gab ein gelehrter Mann einen Rat: „ Hoheit, o Sultan, wie es scheint, liegt die Krankheit deines Sohnes in seinem Herzen. Eine Seereise wäre ihm zu nutzen, bei der er alle Länder bereist. So wird ihm seine Gesundheit wiederkehren, und er wird sein wie früher, und noch viel besser.“

So unglücklich war der Sultan des Westens, dass er mit allem einverstanden war, damit Allah seinen Sohn von der Krankheit, die ihn befallen hatte, heile. Er gab den Befehl, ein großes Schiff auszurüsten, voll mit Proviant, Getränken, und allem sonst, was man auf einer langen Reise braucht. Eine Mannschaft starker Männer wurde ausgesucht, die sollten das Schiff sicher führen über die hohen Wogen der See.

Der Sohn des Sultans des Westens, den alle Leute für krank hielten, bestieg das große Schiff und segelte davon. Sobald sie ein fremdes Land erreichten, legten sie an, der Sohn des Sultans verließ das Schiff und besuchte das Land. Das ging so eine ganze Zeit lang.

Eines Tages nun kam das Schiff in einen Hafen und ging dort, wie stets, vor Anker. Der Sohn des Sultans begab sich an Land, um umherzustreifen. Plötzlich erblickte er ein schönes, großes Schloss und erkundigte sich, wem es gehöre. „ Das ist das Schloss der Tochter unseres Sultans! Krank ist sie und keine Arznei und keine Heilung hat man für sie gefunden. Viele haben es versucht, doch alle sind ohne Erfolg geblieben, und mehr als 60 Männern ließ der Sultan den Kopf abschlagen, so wollte es die Bedingung zwischen ihnen und dem Sultan. Diese Bedingung aber lautet, wer die Tochter des Sultans heilt, dem gibt er sie zur Frau. Wer aber ohne Erfolg bleibt, dessen Lohn ist der Tod durch das Schwert.“

Da sprach der Sohn des Sultans des Westens, er könne dieses Mädchen heilen! Doch die Leute rieten ihm, seine Absicht aufzugeben, denn sein Schicksal werde das gleiche sein wie das all der anderen, deren Häupter der Sultan habe abschlagen lassen.  Dennoch ließ sich der Jüngling nicht umstimmen. „Ich kann dieses Mädchen heilen“, sagte er, und begab sich zum Schloss.

Beim Schloss am Strande des Meeres angekommen, rief er laut: „Ich bin der Arzt, der Heiler Allahs bin ich!“. Zu diesem Augenblick besuchte der Sultan gerade seine Tochter und ließ den jungen Mann rufen. Der Sohn des Sultans des Westens erschien vor dem Sultan des Ostens und hörte die Bedingungen. Ja, er sei einverstanden, und – ganz ungeduldig – hoffe er, die Gesundheit des Mädchens wiederherstellen zu können. Doch der Sultan hatte in seinem Herzen Mitleid mit dem jungen Mann und sprach zu ihm: „Was ist mit dir, mein Sohn? Warum willst du dich dem Tode weihen? Du bist ein so angenehmer junger Mensch. Man spürt, du stammst aus guter Familie, warum willst du diese Aufgabe versuchen? Denn wenn du ohne Erfolg bleibst, wird dir dein Haupt abgeschlagen werden, wenn du aber dein Ziel erreichst, dann werde ich dich mit meiner geliebten Tochter verheiraten!“ – „Ich bin einverstanden, Hoheit, so Allah will, werde ich Erfolg haben und deiner Tochter die Gesundheit zurückgeben, und sie wird so sein wie früher, und noch viel besser!“

Der Sultan, der Sohn des Sultans des Westens und das ganze Gefolge betraten das Zimmer des kranken jungen Mädchens. Da saß es auf einer schönen, bequemen Liegebank, schaute nicht auf und sprach kein einziges Wort. Der Sohn des Sultans aber sah sie und erkannte sie sofort. Er bat ihren Vater, alle Leute aus dem Zimmer zu weisen und als jetzt noch nur die beiden jungen Leute im Zimmer waren, da erkannte auch sie ihren Geliebten, stand auf, ging dem jungen Mann entgegen und sprach ihn an: „Du da – der?“? – „Und du da – die!“ „Wo bist du all diese Zeit gewesen?“ „Ich war bei dem, dem dieser Ring gehört!“ – „Und ich war bei  der, der dieser Ring gehört!“  – „Allah, der alles verbindet, sei Preis! Aber nun hör zu, du, hast du denn keinen Hunger“ – „Ja!“ – „Ich auch, so viele Tage lang habe ich schon nicht mehr gegessen!“

Das Mädchen rief den Dienern zu: „Holt schnell etwas zu essen und bringt Wasser zum Trinken!“. Und die beiden jungen Leute, das Mädchen und der Sohn des Sultans des  Westens, fielen über das Essen her.

Am nächsten Morgen kam ihr Vater, der Sultan, um sich Gewissheit über das Ergebnis zu verschaffen, und als er sah, wie das Mädchen sein früheres Wesen ganz und gar wiedergewonnen hatte, da freute er sich sehr und mit ihm die ganze Familie. Der Sultan erfüllte sein Versprechen und stand zu seiner Bedingung. Am Abend lud der Sultan des Ostens deshalb alle ein, um den Ehevertrag zu schließen. Als der Kadi den jungen Mann nach seinem vollständigen Namen und nach seiner Herkunft fragte, erfuhren alle, dass er der Sohn des Sultans des Westens war.

„O welche Freude, ein Willkommen dem Sohn des Sultans des Westens, wie glücklich bin ich darüber, dass du so klug und mutig warst, und meine Tochter von ihrer Krankheit geheilt hast. Aus der Tiefe meines Herzens heraus bin ich glücklich, dich mit meiner geliebten Tochter verheiraten zu können. Dein Schwiegervater bin ich jetzt, ich, der Sultan aller Länder des Ostens!“

Dann wurde die Hochzeit gefeiert, sieben Tage lang, und alle Söhne des Landes freuten sich sehr, weil die Tochter ihres Sultans von der Krankheit genesen war und weil sie den Sohn des Sultans des Westens zum Manne nahm.

Ein ganzes Jahr lang blieb der Sohn des Sultans des Westens bei seiner Frau, und am Ende des Jahres wurde ihnen ein prächtiger Sohn geboren. Jetzt aber bat der Sohn des Sultans des Westens seinen Schwiegervater, Lebewohl sagen zu dürfen, bestieg mit Frau und Sohn sein Schiff und segelte in Eile zurück in den Westen. Heimgekehrt in das Land des Westens bereiteten ihm sein Vater und seine Mutter und seine Verwandten in ihrer Freude einen großen Empfang. Der Sultan des Westens lud alle Einwohner der Stadt zu dem Fest und alle waren glücklich, weil ihr Sultan gerecht, freigiebig und ehrenwert war. Und alle lebten ihr ganzes Leben lang in Freude und Glück, zeugten Söhne und Töchter.

[1] Aus „ Märchen aus dem Jemen“ von Werner Daum, 1999, S.119 ff

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Newsletter 28

Liebe Sponsoren, Liebe Mitglieder, Liebe Jemenfreunde

Sabri SaLeem, der Gründer und Direktor des YCMES (Yemen College of Middle Eastern Studies) in Sana´a und jetzt auch des GILS (German International Language School) in Idar-Obertsein in Deutschland verfasste den folgenden Kurzbericht zum Krieg im Jemen für unsere Leser:

Internationally neglected Conflict in Yemen

By Sabri Saleem

The bloody war in Yemen has been continuing for by now five years. I do not see an end of this war for the following main reasons:

  1. Saudi Arabia is supporting Hadi.
  2. The United Arab Emirates are seeking to divide Yemen into south and north by training and equipping the Southern Yemen Separatists (Southern Transitional Council).
  3. Iran is supporting the Houthis.
  4. The Yemenis are divided politically into three groups.
  5. The western world has benefited from this war by selling weapons to kill Yemenis.

Before going into detail let me point out the current situation in Yemen. Every single family has lost a generation of highly educated members, thousands of young Yemenis have been injured and have become handicapped.  What is the future for these young people? The infrastructure of Yemen has been devastated on purpose:  health, education, roads, electricity, water, agriculture, you name it.

It is sad to see Yemenis killing each other without a future vision for the benefit of the Yemeni people. This war and the daily loss of blood in Yemen are to meet regional and international interests. Weapons keep being shipped to Yemen instead of food and medicine.

The Arab spring protests first broke out in Yemen in 2011 and developed into a bloody civil war.
Every single-family in the country has seen a relative or a friend killed.

For several decades Saudi Arabia has been financing individual’s tribes and government officials, intervening in almost every government institution. Iran and Qatar are supporting the Houthis in the northern part of Yemen (Sadah). The former President Saleh ruled Yemen for 33 years hoping with his family and the military that they will rule Yemen forever.

In 2011as a consequence of the Arab spring the Islah party and the Houthis tried to take over. Saleh was forced to resign and installed Hadi as head of the legal government.  All of a sudden he supported the Houthis (he had fought in six terrible local wars before) speculating that by doing so he could remain a mighty figure, and encouraged them to invade and occupy Sana’a and the surrounding territory. Hadi and his government fled to Saudi Arabia.
(When Saleh realized that his cooperation with the Houthis would not bring the desired return to power he tried to coalesce with Saudi Arabia and was assassinated by the Houthis when they discovered this).

The Arab coalition with the main players Saudi Arabia and the United Arab Emirates had started the war against the Houthis, on the pretext of reestablishing the legal government.

As a matter of fact, the UAE installed a new military force in the southern part of Yemen, concentrated in Aden, referred to as Southern Transitional Council. Mr. Azabidi is the Council´s president and ruling Aden.  President Hadi and his government remain in Saudi Arabia.

This explains the present three governments in Yemen: Hadi and his government in Saudi Arabia, Azabidi´s military engagement in Aden and the Houthis´ rebel activities in Sana’a.

I’m afraid to state that the Arab coalition is not interested in a unity of Yemen.  The Southern Transitional Council is getting stronger and more ambitious every day. The Houthis have almost proceeded to Marib. President Hadi is the only representative of the legal government recognized internationally, although he is in Saudi Arabia. Every day more solders lose their lives in bloody conflicts.

The end of the war is not in the hands of Yemenis.  They are killing each other every day for the benefit of Saudi Arabia, the United Arab Emirates, Qatar and Iran. The western world continues selling weapons to Saudi Arabia and the UAE to kill as many Yemenis as possible…

The war will, in all probability end when the war players agree on how to divide the Yemeni cake among them.

But the war mongers might not be aware of a special feature of YEMEN:

Throughout history no one has succeeded to conquer Yemen for good. Not the Ottomans, not the British, not Russia, not Egypt …

May the present powers realize that they are leading a war that cannot be won, that the thousands of year old culture and history of this country will once again become undeniable, and may this happen soon!

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Newsletter 27

Liebe Sponsoren, Liebe Mitglieder;
Liebe Jemenfreunde!

Der von uns so sehr erhoffte gute Anfang des Neuen Jahres mit Aussicht auf ein Ende des immer grauenhafteren Krieges im Jemen hat sich nicht erfüllt, sondern ganz im Gegenteil eine weitere Verschlimmerung mit sich gebracht. Noch im Dezember hat die Wiener Zeitung, das einzige Printmedium, das in Österreich immer wieder über Jemen berichtet und nicht nur in ein paar Zeilen kommentarlos „einen Stellvertreter- oder Religionskrieg“ oder die „intensive Unterstützung Irans“ erwähnt, ein Interview mit Said Al-Dailami, einem Jemenexperten gebracht, in dem letzte Entwicklungen zur Sprache kamen, Fragen überzeugend beantwortet wurden und insbesondere betont wurde, dass „Der Iran derzeit so sehr mit sich selbst beschäftigt ist, dass er es sich gar nicht leisten kann, im Jemen besonders aktiv zu sein“ …

Inzwischen ist das von Al-Dailami geschriebene und von C.H. Beck herausgebrachte Buch „Jemen. Der vergessene Krieg“ überall erhältlich und darf allen empfohlen werden, die darüber informiert sein wollen, warum und wie so viele an diesem Krieg unglaublich viel verdienen, welche Motive überhaupt zum Ausbruch dieser Katastrophe geführt haben und wie ein Land ruiniert wird, damit scheinheilig „betroffene“ aber verlogene Länder unfassbare Mengen von Waffen verkaufen können …
Sehr berührend an diesem Buch ist aber auch die historische Rückblendung, was der Jemen einmal war und die Überzeugung, dass es dieses Land auch wieder einmal geben wird, weil „Die Jemeniten halt anders sind“ …

Dies in der Hoffnung, dass es den Jemen bald wieder als Felix Arabia gebe möge – und anstelle eines Newsletters
mit lieben Grüßen
Anisa

Koransuren in der Übersetzung von Rudi Paret

SURE 27, 22- 39, 42 und 44
22 Der Wiedehopf blieb nicht lange aus und sagte: „ ich habe etwas erfahren, was DU nicht erfahren
hast und bringe Dir nun sichere Kunde von den Sabäern.
23 Ich habe festgestellt, dass eine Frau über sie König ist und dass sie allerlei bekommen hat (was
andere nicht haben), und dass sie einen gewaltigen Thron besitzt.
24 Und ich habe festgestellt, dass sie und ihr Volk vor der Sonne niederfallen statt vor Gott. Der
Satan hat ihnen ihre Handlungen im schönsten Licht erscheinen lasse, und sie von rechten Weg
abgehalten, so dass sie nicht rechtgeleitet sind.
25 Fallet doch Ihr vor Gott nieder, der zum Vorschein bringt, was im Himmel und auf der Erde
verborgen ist, und weiß, was Ihr geheimhaltet und was Ihr bekannt gebt.
26 Gott ist einer allein. Es gibt keinen Gott außer ihm.“
27 Salomo sagte: „ Wir werden sehen, ob Du die Wahrheit gesagt hast oder einer von denen bist,
die lügen.
28 Bring diesen meinen Brief weg und wirf ihn ihnen zu! Hierauf wende Dich von ihnen ab und sieh,
was sie darauf erwidern!“
29 Der Wiedehopf führte den Auftrag aus. Die Königin sagte: “Ihr Vornehmen! Mir ist ein achtbarer
Brief zugeworfen worden.
30 Er ist von Salomo und lautet: Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.
31 Seid gegen mich nicht überheblich und kommt als Muslime zu mir!
32 Ihr Vornehmen! Gebt mir in meiner Angelegenheit Auskunft! Ich werde nie etwas entscheiden,
ohne dass Ihr Euch dazu äußert.“
33 Sie sagten: „Wir verfügen über Macht und eine gewaltige Kampfkraft und sind zu allem bereit.
Aber DU hast zu befehlen. Sieh zu, was Du zu befehlen gedenkst!“
34 Sie sagte: „Wenn Könige in eine fremde Stadt einziehen, geben sie sie dem Verderben preis, und
versetzen diejenigen von ihren Bewohnern, die mächtig sind, in den Zustand der Unterwürfigkeit.
35 Ich will nun ein Geschenk an Salomo schicken und sehen, was die Gesandten zurückbringen.“
36 Als der Überbinger zu Salomo kam, sagte dieser: „ Ihr wollt mich wohl mit Geschenken
überhäufen, Aber damit könnte Ihr mich nicht zufriedenstellen. Was Gott mir gegeben hat, ist
besser als was er Euch gegeben hat. Ihr möget Euch Eures mir zugedachten Geschenkes selber
erfreuen.
37 Kehr zu ihnen zurück n dichte ihnen aus: Wir werden mit Truppen über sie kommen, gegen die
sie nichts auszurichten vermögen, und sie aus ihrer Stadt vertreiben.“
38 Er sagte zu seinen eigenen Leuten: „ Ihr Vornehmen! Wer von Euch bringt mir den Thron der
Königin, noch ehe sie als Muslime zu mir kommen?
39 Einer von den Dschinn, ein Ifrit sagte: „ich werde ihn Dir bringen, noch ehe Du Dich von Deinem
Platz erhebst. Ich habe die Macht dazu und bin zuverlässig.“

42 Als die Königin zu Salomo gekommen war, sagte man zu ihr:: „Ist Dein Thron so wie dieser hier?“
Sie sagte: „Es ist so wie wenn er es wäre.“
44 Man sagte, nachdem sie zu Salomo gekommen war: „Tritt in das Schloss ein!“ Als sie es sah,
meinte sie, es sei ein tiefes Wasser und entblößte ihre Beine. Salomo sagte: es ist ein Schloss,
das mit Glasplatten ausgelegt ist.“ Sie sagte: „Herr! Ich habe gegen mich selbst gefrevelt. Ich
ergebe mich nun dem Herrn der Menschen in aller Welt.“

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Mittlerweile brauchen alle im Jemen Hilfe

Liebe Mitglieder, Liebe Sponsoren,

statt eines selbst gebastelten Newsletters bieten wir heute einen Artikel aus der Wiener Zeitung, dem einzigen Printmedium, das immer wieder Meldungen aus dem Jemen bringt.
Mit sehr lieben Grüßen
Anisa

Artikel ansehen: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/welt/2046377-Mittlerweile-brauchen-alle-im-Jemen-Hilfe.html?em_no_split=1

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